Wie lang ist die Loire und wo entspringt sie?
Die Loire ist mit 1.006 Kilometern der längste Fluss Frankreichs. Sie entspringt am Mont Gerbier-de-Jonc im Département Ardèche im Zentralmassiv auf etwa 1.400 Metern Höhe – eine idyllische Berghütte markiert die geografische Quelle. Von dort fließt sie zunächst nach Norden durch die Auvergne, wendet sich bei Orléans nach Westen, vorbei an Blois, Tours, Saumur und Nantes und mündet schließlich bei Saint-Nazaire in den Atlantik. Bis sie schlussendlich in Saint-Nazaire angekommen ist, durchquert sie vier große Regionen (Auvergne-Rhône-Alpes, Bourgogne-Franche-Comté, Centre-Val de Loire und Pays de la Loire) und prägt sechs Départements, die nach ihr benannt wurden: Haute-Loire, Loire, Saône-et-Loire, Indre-et-Loire, Maine-et-Loire und Loire-Atlantique.
Was macht die Loire so besonders?
Die Loire gilt als letzter wilder Fluss Europas. Sie hat sich ihre ursprüngliche, ungezähmte Natur bewahrt: Sandbänke entstehen und verschwinden, Überschwemmungsgebiete bieten Lebensräume für Lachse, Biber und Fischreiher. Im Sommer fließt sie gemächlich, im Frühjahr und Herbst kann sie binnen Stunden zu einem reißenden Strom anschwellen. Diese Unberechenbarkeit schützt sie vor industrieller Nutzung – sie ist kaum schiffbar. Im 19. Jahrhundert war die Loire eine wichtige Lebensader und Handelsweg für Waren und Güter. Die Schiffer mussten sich mit dem unberechenbaren Fluss arrangieren: Bei plötzlichem Niedrigwasser warteten sie manchmal monatelang, Sandbänke machten jede Fahrt gefährlich. Aus dieser Zeit stammen die traditionellen Flachboote der Loire, die Salambardes, denen Sie während Ihrer Reise begegnen werden. Mit dem Bau der Eisenbahn im 19. Jahrhundert kam die gefährliche Handels-Schifffahrt zum Ende. Heute ist die Loire nur noch von der Mündung bei Saint-Nazaire bis Nantes für größere Schiffe befahrbar.
Wo liegt das Loiretal?
Das Loire-Tal liegt zentral im Herzen Frankreichs. Die Region Centre-Val de Loire umfasst sechs Départements: Cher, Eure-et-Loir, Indre, Indre-et-Loire, Loir-et-Cher und Loiret, mit der Hauptstadt Orléans. Mystische Ruhe, sanfte Landschaften und üppige Natur prägen die Region. Hier errichteten einst die französischen Könige ihre Schlösser fernab des Trubels von Paris. Die Loire selbst – Frankreichs königlicher, ungezähmter Fluss – prägt bis tief ins Hinterland die Landschaft und die Kultur ihrer Anwohner.
Welche Städte liegen im Loire-Tal?
Entlang der Loire reihen sich wunderschöne Städte wie Perlen an einer Kette: Orléans mit seiner prächtigen Kathedrale, das königliche Blois, das charmante Amboise, das lebendige Tours, das elegante Saumur und die mächtige Herzog-Stadt Angers. Am Unterlauf erwarten Sie die pulsierende Metropole Nantes und schließlich die Hafenstadt Saint-Nazaire an der Mündung. Zwischendrin könnenn Sie zauberhafte kleine Dörfer wie Candes-Saint-Martin oder die Insel Béhuard entdecken. Jede Stadt hat ihren eigenen Charakter – und ihre eigenen Geheimnisse!
Wo ist die Region am schönsten?
Wir finden das Loire-Tal eigentlich überall wunderschön, haben aber absolute Lieblingsorte: Das Orléanais im Osten mit tiefen Wäldern, unprätentiösen Schlössern und der wilden Sologne, wo Hirsche durch die Dämmerung streifen. Die Touraine - abgeleitet von ihrer Hauptstadt Tours - gleicht einem Märchenbuch mit sanften Wiesen, Obstgärten und prachtvollen Schlössern. Das mittelalterliche Städtchen Loches bietet authentisches Loire-Erlebnis ohne Touristenströme. In den ruhigen Seitentälern verstecken sich unsere Herzensorte.
Wie sieht die Landschaft aus?
Wilde Flusslandschaften, blühende Obstgärten und dazwischen prachtvolle Schlösser: Diese harmonische Mischung verzaubert uns auf jeder Reise. Der Fluss selbst ist ein weitläufiger, naturbelassener Strom, an dessen Ufern kleine Inselchen entstehen und verschwinden. Die üppige Vegetation und natürlichen Überschwemmungsgebiete schaffen Lebensräume für zahlreiche Tierarten. Die Kulturlandschaft drum herum ist geprägt von Weinbergen, saftig-grünen Wiesen und dichten Wäldern – ein Zusammenspiel von kultivierter Landschaft und wilder Natur.
Wo sind die schönsten Schlösser?
Von den mehr als 300 Schlössern und Burgen lassen sich etwa 100 besichtigen. Im Orléanais liegen die imposanten Schlösser Chambord und Chenonceau – allerdings mit enormen Touristenströmen und stundenlangen Wartezeiten. Daneben finden sich kleinere Geheimtipp-Schlösschen, die authentischere Erlebnisse bieten. In der Touraine konzentrieren sich berühmte Märchenschlösser wie Amboise und Azay-le-Rideau. In den ruhigeren Seitentälern kann man oft ganz alleine durch historische Gemäuer wandeln.
Warum ist das Loire-Tal UNESCO Welterbe?
Im Jahr 2000 erklärte die UNESCO das Loire-Tal zwischen Sully-sur-Loire und Chalonnes-sur-Loire zum Weltkulturerbe. Ausschlaggebend war die weltweit einzigartige Dichte an Schlössern – über 300 Burgen und Schlösser – eingebettet in eine jahrhundertealte Kulturlandschaft an einem noch weitgehend natürlich fließenden Fluss. Diese harmonische Verbindung von Natur und Kultur, von königlicher Pracht und wilder Flusslandschaft ist einmalig in Europa. Für uns ist das Loire-Tal deshalb nicht nur UNESCO-Erbe, sondern auch ein Herzensort, den wir immer wieder gerne besuchen.
Welche Naturschutzgebiete gibt es?
Die Loire durchquert auf ihrem Weg den Regionalen Naturpark Loire-Anjou-Touraine – ein wunderbares Schutzgebiet für die Flora und Fauna des Flusses. Dank ihrer ständig wandernden Sandbänke und natürlichen Überschwemmungsgebiete bietet die Loire ideale Lebensbedingungen für seltene Tierarten. In den 80er Jahren war die Ursprünglichkeit der Loire in großer Gefahr: Man wollte sie mit über zehn Staudämmen zähmen. Die Initiative „SOS Loire Vivante" wehrte sich mit jahrelangen, friedlichen Protesten – und hatte Erfolg! Seitdem darf die Loire weitestgehend sie selbst sein.
Wo sind die Touristenmassen und wo die Geheimtipps im Loire-tal?
Der Massentourismus konzentriert sich auf die großen Schlösser wie Chambord, Chenonceau, Amboise und Azay-le-Rideau mit stundenlangen Wartezeiten und überfüllten Innenräumen sowie die großen Metropolen wie Orléans oder Nantes. Die echten Geheimtipps lassen sich in den ruhigen Seitentälern der Touraine, den naturbelassenen Wäldern der Sologne und bei kleineren, weniger bekannten Châteaux entdecken. Das mittelalterliche Loches bietet authentisches Erlebnis ohne Touristenströme. Wer fernab der Massen reisen möchte, sollte in Privatunterkünften bei Franzosen übernachten – den sogenannten Chambres d'hôtes. Hier fühlen wir uns immer am wohlsten!