Wenn wir die Loire mit einigen Adjektiven beschreiben sollten, so fallen uns am ehesten die Worte weitläufig, ursprünglich und sehr französisch ein.
Der Anblick, den die Loire den Königen damals bot, hat sich jedenfalls bis heute kaum verändert - sie gilt als letzter wilder Fluss Europas. Nahezu unberührt hat der Strom Jahrhunderte überdauert und sich seine Wildnis erhalten. Dabei ist immer alles in Bewegung: Im flachen Wasser schiebt die Loire viel Sand mit sich, Inselchen entstehen und verschwinden wieder, große, natürliche Überschwemmungsgebiete und die üppige Vegetation am Ufer bieten wichtige Lebensräume für Tierarten, die anderswo in Europa keine Refugien mehr finden – Lachse, Aale, Biber, Kormorane und Fischreiher sind hier zu Hause. Über die unterschiedlichen Jahreszeiten hinweg zeigt die Loire ihre völlig unterschiedlichen Gesichter: Im Sommer trocknet sie fast aus und fließt gemächlich dahin. Im Frühjahr nach der Schneeschmelze und auch im Herbst, wenn es tagelang heftig geregnet hat, kann sie binnen weniger Stunden beeindruckend anschwellen und sich in einen reißenden Strom wandeln.