Wann wurde Chenonceau erbaut - und was ist seine Geschichte?
Bohier ließ den Großteil der Gebäude abreißen. Der Turm der Burg blieb allerdings stehen, wurde umgebaut und ist heute noch zu sehen.
Den Aufbau des Schlosses überwachte Bohiers Frau Katherine Briçonnet, da ihr Mann selten zuhause war. Bis zur heutigen Zeit ist ihr Einfluss auf die Gründung des Schlosses noch zu sehen. Ihre Initialen T B K sind nach wie vor über dem Eingang zu sehen.
Die Bohiers wohnten nicht allzu lange im Schloss. Nach ihrem Tod ging das Schloss 1535 an das französische Königshaus - der Sohn der Bohiers musste Schulden begleichen. 1547 schenkte König Henri II das Schloss seiner Mätresse Diane de Poitiers. Über eine lange Zeit hinweg verschönerte sie Chenonceau nach ihrem Geschmack und baute es um. So veranlasste sie unter anderem auch den Verbindungsbau zum gegenüberliegenden Cher-Ufer - die charakteristische Galerie über dem Fluss prägt bis heute das Gesicht von Chenonceau. Ihr spektakulärer Garten ist ebenfalls bis heute erhalten.
Die Brücke über den Cher sieht heute allerdings ganz anders aus, als Diane sie eigentlich geplant hatte: Grund dafür ist Katharina von Medici. Sie war die Frau von König Henri II. Nach dessen Tod im Jahr 1559 verbannte die Witwe ihre Rivalin aus dem Schloss - und verwischte mit vielen baulichen Maßnahmen auch deren Handschrift. So versah Katharina von Medici etwa den Flussübergang von Diane de Poitiers mit einem zweistöckigen Aufbau, der bis heute erhalten ist. Katharina von Medici ließ auch einen opulenten Garten bauen – möglicherweise in einem Versuch, den Garten ihrer Rivalin zu übertreffen. Übrigens feierte von Medici zu ihrer Zeit auch gerne mal Feste im Schloss – und zwar so, dass sie es in die Geschichtsbücher geschafft haben 😉.
Über die folgenden Jahrzehnte war Chenonceau im Besitz verschiedener Nachfahren von Henri II und wurde mal mehr und mal weniger gut gepflegt und erhalten. Im 18. Jahrhundert ging das Schloss schließlich an den Pächter Claude Dupin und seine Frau Louise. Claude und Louise brachten Glanz und Lebenslust zurück in das Schloss, besonders die weltgewandte und gebildete Louise machte das Schloss zu einem prachtvollen Treffpunkt der Intellektuellen. Philosophen wie Montesquieu und Voltaire folgten den Einladungen von Louise und waren in dieser Zeit in Chenonceau zu Gast. Louise Dupin war es dann auch, die das Schloss vor den Wirren der französischen Revolution rettete - sie machte aus der Kapelle kurzum ein Holzlager.